Teilziel, 2. Politik und Marktwirtschaft
Wir fordern im Bereich der Politik aktive Unterstützung:

1. Einrichtung einer lesbischen Institution in jedem Bundesland:

In jedem Bundesland soll eine lesbische Vertretung/ Institution eingerichtet und durch staatliche Gelder finanziert werden. Sinn und Zweck dieser Einrichtungen sind:

1. dauerhaft die Lebenssituation lesbischer Frauen zu stärken und zu verbessern
2. engagierten Lesben bei den Gründungen von lesbischen Gruppen zu fördern
3. landesweit einen Erfahrungsaustausch zwischen den Gruppen herzustellen
4. als Beratungs-, Vernetzungs- und Informationszentrum zu fungieren
5. Lesben auf der politischen Ebene zu vertreten
6. Bildungs- und Öffentlichkeitsveranstaltung bezüglich Förderung des lesbischen Lebens durchzuführen


2. Zur Förderung einer sozialorientierten und gewaltfreien lesbischen Gesellschaft fordern wir:


2.1. eine fest installierte Landesbeauftragte, die sich dafür einsetzt, die Belange der Lesben umzusetzen. Die die Akzeptanz gegenüber Lesben fördert und entsprechend Steuerungsaufgaben ausführt.

2.2. Sicherstellung der Finanzierung in der Wissenschaft und Forschung für Studien und deren Veröffentlichungen, die die Forschung von lesbischen Lebensweisen zum Inhalt haben. (Bereiche: Geschichte, Psychologie, Sozialwissenschaft, Kommunikation, Medizin, etc.)

2.3. eine Erstellung eines Maßnahmeprogramms der Länder, welches geeignet ist, Ausgrenzungen, Mobbing und Gewalt auf Grund eines Coming-Outs oder einer offenen lesbischen Lebensweise vorzubeugen.

2.4. Lesben mit Migrationshintergrund sind zu fördern.

2.5. Lesben mit Asylhintergrund ist Aufenthalts- und Bleiberecht zu gewähren.

3. Jungen und Männer müssen in der Ausbildung in Hauswirtschaft gefördert werden, z.B. kochen, bügeln, putzen, Pflege hilfsbedürftiger Menschen. Außerdem müssen Jungen und Männer Anti-Aggressions-Sozialtrainings besuchen. Insgesamt sollen soziale und emotionale Kompetenzen bei Männern gefördert werden.

4. Wir fordern eine aktive Aufarbeitung der NS-Zeit aus lesbischer Sicht. Lesben wurden selten durch das Gesetz § 175 verurteilt, denunziert, gefoltert und verfolgt, sondern sie standen eher unter unterschiedlichen Repressalien und wurden in der NS-Zeit als asozial eingestuft. Ihr Zeichen war häufig das schwarze Dreieck.

5. Kriegsspielzeug und Gewalt-Spiele (PC, Internet) sollen verboten werden.

6. Folgende Bereiche sollen fest verstaatlicht werden: Bildung, Medizin/ Gesundheit, Transport/ Verkehr, Post, Energienetze, Entsorgung und Wasser.

7. Fernziel: Die Produktionsmittel gehen vollständig zu lesbischen Eignern über.




nabend am 12.Jun 12  |  Permalink
Die Republik der Frauen
Gerade haben wir das passende Buch zu diesem Lesbenmanifest gefunden:
Die bekannte Autorin Giaconda Belli hat ein neues Buch geschrieben, wo sie viele unsere Punkte ähnlich beschreibt und in Romanform packt.
Der Roman ist bereits mit dem lateinamerikanischen Literaturpreis "la otra orilla" ausgezeichnet worden.
Toll geschrieben und äußerst lesenswert.
Viel Spaß beim Lesen :-)
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